Otto Berger

Otto Berger: Schlangenkönig Singhal. Eine Geschichte aus Indien für die Jugend. Reutlingen: Enßlin und Laiblin [1890] (eine Bearbeitung von Sir John Retcliffes „Nena Sahib“) » ¦ » ¦ »

Schlangenkönig Singhal ist ein umherziehender Schlangenbeschwörer, der nach einer missglückten Flussüberquerung, von einem Ganges-Krokodil schwer verwundet, am Straßenrand von einem englischen Jüngling gerettet wird. Bis auf seine treue Brillenschlange Saprani sind ihm alle Tiere abhanden gekommen. Die Familie Roberts, deren Sohn Hektor ihn mit Unterstützung seiner Schwester Berta gesund pflegt, ist eine englische Großfarmer-Familie, die in direkter Nachbarschaft zu dem berühmten briten-freundlichen Prinzen Nena Sahib lebt. Während eines rauschenden Festes in dessen Palast bricht in Teilen Indiens die Revolution aus, und noch in derselben Nacht bestürmen die Reiter Nena Sahibs, der angeblich den Engländern zur Hilfe eilen wollte, die Plantage der Roberts ́. Der Vater gilt als tot, Berta wird entführt und Hektor wird von Singhal gerettet. Dieser nimmt ihn mit in seine Hütte, pflegt ihn gesund und schwört mit ihm gemeinsam Rache. Singhal gibt Hektor als seinen zweiten Sohn aus und bringt ihm innerhalb weniger Stunden das Schlangenbeschwören bei. Nun begeben sich die „beiden“ Söhne mit Singhal auf die Reise durch Indien, um die Schwester zu befreien. Immer wieder werden lehrreiche Informationen über Sitten und Umwelt in Indien eingebaut. Sie durchqueren mühsam den Dschungel, werden durch einen plötzlichen Taifun getrennt, die beiden jungen Männer werden von einem bösartigen Kannibalenstamm gefangen genommen und mithilfe eines Affen von Singhal gefunden und gerettet. Sie erkunden den Aufenthaltsort von Berta, überqueren auf ihrem Weg dorthin einen Gebirgspass von 5000 Metern Höhe, Hektor wird erfolgreich als hinduistischer Priester ausgegeben, der bei einem sehr wichtigen Ritual teilnehmen muss, und letztendlich gelingt es ihnen, Berta aus den Händen Nena Sahibs, der sie bereits verheiraten wollte, zu befreien. Sie fliehen per Boot, immer verfolgt von Nenas Truppen. Beide Engländer werden nun als Inder ausgegeben, ihre Haut mit Henna gefärbt. Noch einmal geraten sie in Lebensgefahr, als sie von Rebellen aufgespürt werden. Es gelingt ihnen die Angreifer zu töten, sie geraten in der Folge in englische Gefangenschaft, können nun ihre wirkliche Identität beweisen und entdecken, dass ihr Vater noch am Leben ist. Dieser sorgt nun als Belohnung für die beiden Inder, die seine Kinder gerettet haben.1

1 Hanna Maria Ofner: „Das Indienbild in den Jugendbüchern des Ensslin & Laiblin Verlages vor 1945“. Diplomarbeit, Universität Wien, 2011, pp. 48-49 »

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